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THE ARTIST



E

The present exhibition of Nigin Beck goes back to the artist’s confrontation with her own respectively her grandmother’s biography. Having spent each weekend of her childhood together Beck investigates the imprints which were passed on to her by her Iranian ancestor and takes a trip down memory lane by creating vicarious objects and artefacts.
The grandmother of the artist emigrated from Iran to Germany in 1964. She moved with her youngest daughter from Constance to Stuttgart and then to Munich where she died in 1989.

Migration always seems to come along with the painful loss of the original community – of genuine tradition and specific customs, language and culture. Home means to live in congruence with the social and cultural environment, and thus the physical dimension of identity as a basic human need. The course of migration evolves a partial adaption in a common sense to cope with everyday necessities rather than an active and creative conformation of the surroundings.

Refering to the life of the individual or in a more collective aspect „Nostalgia“ points out a passionate affection to objects or rites from the past. This wistful focus and attitude - often idealizid and full of illusion as part of our memory - has the potential to belong and stick to us until old age as a permanent companion.


D

Die Spuren dessen, was man in der Kindheit gewesen ist, wie man sozialisiert wurde, wirken im Erwachsenenalter fort, selbst wenn die Lebensumstände ganz andere sind und man glaubt, mit der Vergangenheit abgeschlossen zu haben', schreibt der französische Philosoph und Soziologe Didier Eribon in seiner Autobiographie. Was als Auseinandersetzung mit einer deutsch-iranischen Identität begann, ist zur Rückbesinnung auf die eigenen Wurzeln geworden. Nigin Beck hat für ihre Ausstellung 'Places that are not- Nostalgia for Mahdieh' eine Werkreihe entwickelt, deren Ausgangspunkt die Erinnerung an ihre iranische Großmutter ist. Die Trauer um den Verlust dieser Frau, mit der sie in der Kindheit jedes Wochenende verbrachte, wird in Objekten verarbeitet, die vielfältige Materialitäten besitzen. Es wir dem Anspruch gleich, sich den unterschiedlichen Aspekten eines verlorenen Menschen in allen Facetten nähern zu wollen. Die Erinnerungen an Rituale und Gegenstände aus der Kindheit werden in eigenständigen Artefakten umgesetzt und umfassen Schmerz genauso wie kindlichen Humor. 'Das Unterbewusste [als] eine dunkle Oase' (Chris Kraus) liefert zu allen Objekten ein direkt verknüpftes Erlebnis, mit welchem die Künstlerin eine sehr persönliche Ebene ihrer eigenen Geschichte preisgibt.

Die Großmutter der Künstlerin emigrierte 1964 aus dem Iran nach Deutschland und zog mit ihrer jüngsten Tochter von Konstanz nach Stuttgart und schließlich nach München, wo sie 1989 starb.

Migration erscheint immer als schmerzlicher Verlust von Gemeinschaft mit eigener Sitte und eigenem Brauch, mit eigener Sprache und eigener Kultur. Heimat bedeutet in Übereinstimmung mit der soziokulturellen und physischen Umwelt zu leben und in diesem Sinne die räumliche Dimension der Identität, die hier als grundlegendes menschliches Bedürfnis verstandenen wird. In der Migration findet keine aktive Gestaltung des Raumes, sondern eine partielle Anpassung statt, der sich auf Bereiche beschränkt, die für die Alltagsbewältigung notwendig sind.

Nostalgie bezeichnet eine sehnsuchtsvolle Hinwendung zu vergangenen Gegenständen oder Praktiken und kann sich sowohl auf das eigene Leben beziehen als auch auf nicht selbst erlebte Zeiten. Diese wehmütige Hinwendung zu vergangenen Zeiten, die in der Erinnerung oftmals idealisiert und verklärt reflektiert werden, können einen bis ins Erwachsenenalter und darüber hinaus begleiten. Didier Eribon beschreibt darüber hinaus Melancholie in seiner Autobiographie 'als nicht verwundene Trauer über ausgeschlagene Möglichkeiten und abgewiesene Identifikationen.