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THE ARTIST



E

Tim Bennett, born in Rochdale, 1973, is been living and working in Munich for the
last fifteen years. After completing his Fine Art studies with Ben Willikens and
Hermann Pitz at the Munich Academy of Fine Art, in 2005 he moved back to the U.K
for a period of two years, to finish a Master of Fine Arts at Goldsmiths College,
London. He has been represented by Galerie Jo van de Loo since 2013.

From early on, his work has been driven by the play between spontaneous gesture and
a meticulous working process. With this, he gives new meaning to the commercial
building materials he often incorporates in his sculptures. These include plasterboard,
plaster, marble, cement, wood and veneer but also bronze and even beer coasters. As
Daniela Stöppel writes in the Tim Bennett’s 2013 exhibition catalogue,
Plasterboarding,

“Materials and how the artist chooses to use them is inherently political. This is
important if we are to understand Tim Bennett’s minimalistic forms as political. For
some years, plasterboard has been his material of choice, as well as plastic piping,
household paints, roof insulation and matches … He considers both their function as
well as those formal qualities, which are a consequence of their production processes:
the green-grey of the plasterboard, its elongated format and specific weight, thickness
and brittleness, its break-, fold- and cut- ability. A material usually hidden away under
layer of paint or wallpaper, here lies in the open…”

In his latest wall pieces, the plasterboard is covered with wallpaper, which then serves
as a coloured backdrop for both the poured plaster and the studio debris covering it.
In the second body of work, Tim Bennett uses a more classical sculptural material,
marble. The polished stone blocks are chiselled away, gaining the status of sculpture
without losing their function as support. As the marble chips are then reassembled at
the top and painted, once again longer process following spontaneous gesture – this
activity referred to in the title, the same as given to the 2014 exhibition “Time is a
Waste,” also at Jo van de Loo.

Text courtesy of Galerie Jo van de Loo
Translation by Magdalena Wisniowska, 2016

D

Geboren 1973 in Rochdale, Großbritannien, lebt und arbeitet Tim Bennett seit über 15 Jahren in München. Nach dem Studium der Malerei und Bildhauerei bei Ben Willikens und Hermann Pitz an der Akademie der Bildenden Künste München und diversen Stipendien im In- und Ausland bis 2005, kehrte er für drei Jahre in sein Heimatland zurück, um einen Master of Fine Arts am renommierten Goldsmiths College in London zu absolvieren. Seit 2013 wird er von der Galerie Jo van de Loo vertreten.
Schon in den frühen Arbeiten Bennetts spielte das Verhältnis von spontaner künstlerischer Geste und oft langwierigen und akribischen Arbeitsprozessen, die eben aus jener hervor-gehen, eine entscheidende Rolle. Dabei bedient sich der Bildhauer aus einer großen Palette von handelsüblichen Baustoffen und Materialien, die er gerade durch Verfahren der Veredelung und Neukontextualisierung in völlig neue Bedeutungsräume versetzt. Zentrale Materialien sind von jeher Gipskarton, Gips, Marmor, Zement, Holz, Furnier, aber auch Bronze oder Bierdeckel. In Tiim Bennetts Publikation Plasterboarding aus dem Jahre 2013 schreibt Daniela Stöppel in ihrem Text Politik des Materials dazu:
„(...) Materialien und ihre Behandlung sind also per se politisch, dies scheint als Voraus-setzung wichtig, um auch die Arbeiten von Tim Bennett in ihrer minimalistischen Form-reduktion als politisch verstehen zu können. Seine favorisierten Werkstoffe sind seit eini-gen Jahren Gipskartonplatten, aber auch Abflussrohre aus durchgefärbtem Kunststoff, standardisierte Lackfarben, Dachlatten oder Streichhölzer(...) Er greift bewusst deren funktional oder durch den Herstellungsprozess bedingte formale Qualitäten auf, wie das matte Grau-Grün der Gipskartonplatten, ihr längliches Format, ihre spezifische Schwere, Dichte und Sprödigkeit, ihre Brech-, Falt-, Schneid- und Schnitzbarkeit. Ein Material, das eigentlich zugespachtelt, verputzt, gestrichen oder tapeziert, also kaschiert, werden sollte, liegt so offen und blank (...)“


In den neuesten Wandarbeiten wird Gipskarton mit Rauhfaser tapeziert, um dann als farbiger (Bild-)Träger für den eingegossenen Gips zu dienen, der wiederum den „Schutt“ des Ateliers miteinschließt und zu einem Teil der scheinbar zufällig entstandenen Form macht.
In einer zweiten Werkreihe widmet sich Tim Bennett einem weiteren „Baustoff“, aber vor allem Material der klassischen Bildhauerei, dem Marmor. Polierte Carrara-Marmor-Blöcke werden grob von Hammer und Meißel des Künstlers bearbeitet ohne ihre Funktion des Sockels zu verlieren. Dabei werden sie selbst zur Skulptur. Der abgeschlagene Marmorbruch wird anschließend als Plastik aufwendig „aufgepfropft“ und gegebenenfalls mit Ölfarbe bemalt. Denn auch hier gilt wieder: auf eine schnelle Geste des Künstlers folgt ein verhältnismäßig langer Prozess der Ausarbeitung und Veredelung – ganz im Sinne Bennets: Time is a Waste, erschienen 2014, zeitgleich mit der gleichnamigen Ausstellung in der Galerie Jo van de Loo.

Text: Galerie Jo van de Loo