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THE ARTIST


art berlin 2018
September 27 - 30, 2018
Flughafen Tempelhof, Berlin


Exhibited artist:

Andreas Chwatal (solo presentation)

Andreas Chwatal (born 1982, lives and works in Munich) opposes the idea of the work of art as a “product”, instead placing the creative process — the quest for the intact — in the foreground. In this way the artist moves between the two poles of the necessity to create and the naturalness of the creation, constantly striving to invoke the magic of the natural state. This comes to light, for example, in his abstract paintings, in which the contingency of the creative process influences the end result, thereby reducing the artist’s control to a minimum.

The artist’s skill no longer manifests in an ideal product, but in his collaboration with nature. The vitality of the object is revealed in its expression through different mediums, indicating toward the non-existence of the perfect product, since no ideal form can be given to the content. All forms are equally fit to “say that which cannot be said”. Through this collision between ambiguity and precision, Andreas Chwatal summons art’s primal scream against what Walter Benjamin regarded as the artwork’s loss of aura in the age of its mechanical reproduction.

Written by Almut Karl, 2018



D

Andreas Chwatal (geb. 1982, lebt und arbeitet in München) verweigert sich einer in instrumenteller Weise durchgeführten Produktion, indem er Arbeiten kreiert, die durch die enorme Akkuratesse den Betrachter herausfordern und den Blick verlangsamen, indem sie die Interpretation erschweren und in diesem Sinn kein ideales Produkt darstellen. In den Vordergrund tritt der Schöpfungsprozess, die Suche nach dem Unberührten. Der Künstler bewegt sich damit im Spannungsfeld zwischen Schöpfen-Müssen und natürlicher Belassenheit und sucht immer neue Wege, diese Magie des Naturzustands herbeizuführen, wie etwa in seinen abstrakten Tuschebildern durch den kontrollierten Einsatz von Zufall und Fehler.

Die Fähigkeit des Künstlers manifestiert sich nicht mehr darin, dass er ein ideales Produkt erzeugt, sondern indem er gleichsam auf der Seite der Natur schöpft. Unterdessen offenbart sich die Lebendigkeit des Objekts in der Fixierbarkeit in verschiedenen Medien und verweist so darauf, dass ein perfektes Produkt nicht existiert, weil es keine perfekte Form gibt, sondern alle Formen gleichermaßen geeignet sind, das, was überhaupt gesagt werden kann, zu sagen. Andreas Chwatal versucht, durch die Kollision von Präzision und kryptischer Ambivalenz dem von Walter Benjamin konstatierten Verlust der Aura des Kunstwerks in Zeiten seiner Reproduzierbarkeit eine Art Urschrei der Kunst entgegenzusetzen.

Text: Almut Karl (2018)